Eine Studie der Uni Freiburg zur Akzeptanz der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung
Für den Umgang mit Regenwasser in der Stadt gibt es eine umweltfreundlichere Alternative zur Ableitung in die Kanalisation: Es kann in den Boden versickern oder auf Gründächern zurückgehalten werden und verdunsten.
Doch akzeptiert die Bevölkerung solche Maßnahmen zur naturnahen Regenwasserbewirtschaftung? Mit dieser Frage hat sich eine Forschungsgruppe um Lisa Bannert und Prof. Dr. Tim Freytag vom Institut für Sozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg am Beispiel der Städte Freiburg, Hannover und Münster befasst.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Zufriedenheit mit Gründächern und Versickerungsmulden bei Menschen, die entsprechende Anlagen nutzen oder in deren Umgebung leben, besonders hoch ist. In Freiburg sind Gründächer im Vergleich zu den beiden anderen Städten weit verbreitet und beliebt – und ökologische Aspekte wie Stadtklima und Umweltschutz sind den Befragten wichtiger als finanzielle Vorteile.
Dabei schneidet Freiburg durchweg positiv ab. Die Originalveröffentlichung ist auch als pdf vorhanden.
Muldenversickerung – Einfluss von Pflanzenarten auf die Versickerungsleistung
Ein Beitrag: „Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau -LWG-, Abteilung Landespflege: Veitshöchheimer Berichte aus der Landespflege; 69“ Baustoff Pflanze – Nische oder Notwendigkeit?
Wasser sucht sich immer seinen Weg! Dieser Grundsatz gilt nach 5-jähriger Versuchsdauer auch uneingeschränkt für den sicheren Betrieb von begrünten Versickerungsmulden. Wenn man vorher die richtigen Pflanzen auswählt, dann geht es vielleicht sogar noch etwas besser. Mulden mit Stauden bepflanzt verbessern im Vergleich zur Rasenansaat nicht nur den Wasserrückhalt, sondern auch die Versickerungsaktivität.
Bei jährlichen Abflussspenden von fast 4.000 l/m² war der Wasserrückhalt der besten Pflanzvarianten mit fast 30 Prozent etwa doppelt so hoch wie der von Rasen. Im Dauerregen konnten bepflanzte Mulden bis zu einem Drittel mehr Wasser aufnehmen und an den Untergrund abgeben. Dies gilt zumindest für konventionelle Bauweisen mit 20 cm Oberbodenauftrag über versickerungsfähigem Untergrund.
Als funktionsfördernde Überlebenskünstler im Muldenbereich konnten bisher Pflanzenarten wie Iris pseudacorus (Wasser-Schwertlilie; gelb), Iris sibirica (Sibirische Schwertlilie, blau), Molinia caerulea (Blaues Pfeifengras, Moorhexe), Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe), Achnatherum brachytrichum (Diamantgras) sowie Geranium sanguineum (Blutroter Storchschnabel) ausgemacht werden (s. Abbildungen).
Für Rasenliebhaber bietet eine dreischichtige Bauweise mit kapillarem Zwischenspeicher in Anlehnung an bodennahe Sportplatzbauweisen nach 5 Jahren fast den gleichen Versickerungskomfort.
aus: Buchkapitel; Konferenzbeitrag Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau -LWG-, Abteilung Landespflege, Veitshöchheim (Herausgeber, Veranstalter); Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V., München (Veranstalter); Verband Ehemaliger Veitshöchheimer e.V., Veitshöchheim (Veranstalter);
Muldenversickerung – Einfluss von Pflanzenarten auf dieVersickerungsleistung Eppel, Jürgen; Quelle: Baustoff Pflanze – Nische oder Notwendigkeit? Bd.2. 35. Veitshöchheimer Landespflegetage 22. und 23. Januar 2003 Veitshöchheim (Deutschland, Bundesrepublik) Selbstverlag 2003, S.11-18 Serie: Veitshöchheimer Berichte aus der Landespflege; 69 Konferenz: Veitshöchheimer Landespflegetage, Nr.: 35, Veitshöchheim; http://www.baufachinformation.de/literatur.jsp?bu=2004069000704